Die Führung begann beim Treffpunkt Petershausen am 26.09.2026, 15:00 Uhr
Neues Kloster
1769 erfolgte der Neubau der Barockanlage durch Abt Gregor Strobel OSB (1761 – 1786),
nach Plänen von P. Franz Übelacker OSB (24 Juni 1742, Meersburg – + Wien oder Graz ?)
Die Säkularisierung durch das Haus Baden war 1802. Anschließend gab es Zerfallserscheinungen an dem Gebäude.
Kaserne
1850 wurde das alte Kloster zur Kaserne umgebaut. Ab 1874 – 1877 gab es eine Kasernenerweiterung nach preußischem Vorbild der Gardehusaren-Kaserne zu Potsdam. Ab 1918 gehörte sie der Reichswehr, dann ab März 1935 bis 26. April 1945 zur Wehrmacht. Letzter Chef: am 26.04.1945 Hauptmann Schlotterbeck. Dann ab 1945 bis 1977 franz. Kaserne. Im Sommer 1945 gab es einen Dachstuhlbrand in dem auch Munition gelagert war. Für ihren Mut bei der Brandbekämpfung, wurden zwei Konstanzer Feuerwehrmänner vom französischen General Koenig in Baden-Baden belobigt.
1983 erwarb das Land Baden-Württemberg die Kaserne in der seit 1995 Konstanzer Polizeidienststellen untergebracht sind.
Die Pfarrkirche Bruder Klaus / Nikolaus von Flühe Erbaut 1956.
Der Einsiedler Nikolaus von Flühe, geboren 1417 in Flühe, Obwalden, gestorben 21. März 1487 in der Ranft. Er wurde 1947 heilig gesprochen, ist
Schutzpatron der Schweiz und Friedensstifter. 1482 vermittelte er erfolgreich zwischen Konstanz und der Vogtei Thurgau welche 1460 von der Eidgenossenschaft militärisch annektiert wurde. Weil die Konstanzer in diesem Streit nachgaben, sicherte er ihnen den Frieden zu. Seit dem wurde Konstanz nie mehr in einem Krieg zerstört. Große Kämpfe gab es in und um Konstanz: Spanier-Belagerung 1548, Dreißigjähriger Krieg 1633, 2. Koalitionskrieg 1799, 1. u. 2. Weltkrieg.
Hindenburg-Block
1930 errichtete die Stadt Konstanz mit 2,4 Mill.RM Sozialwohnungen für 600 Personen.
Die Malereien an den Erkern stammen vom Konstanzer Künstler Karl Einhard.
Paul von Hindenburg war von 1925 – 1932 – 1934(+) unter dem Kabinett Brüning.
Die gleichnamige Hindenburgstraße war noch bis nach dem Krieg eine vom Fürstenberg bis in die Reichenaustraße durchgehende mit Kastanienbäumen bepflanzte Alleestraße, über die am 26.04.1945, der Hauptteil der französischen Armee Konstanz besetzte.
Ab 1785 lebten und arbeitete aus dem damals noch französischen Genf/Genéve 270 Emigranten als Kolonisten in Konstanz.
Ihre noch bekannten Namen: Macaire, Teissier, Dufour, Melly, Herosè, u. a. m.
Herosè ersteigerte sich 1812 ein Gelände am Seerhein für seine Firmengründung mit Färberei, Stoffdruckerei und einem Zweitwerk in der damaligen Stickereistraße, heute Buhlenweg, für die Fabrikation von Textilien aller Art, Hemden, Schürzen, Tischdecken usw.
Auf dem Parkplatz südlich des Gottmannsplatzes stand das Herosé-Heizwerk mit einem großen Schornstein und riesigen Kohlenhalden.
Gleich westlich daneben die ehemalige Fa. Degussa, chem. Fabrik.
Das Werk in Konstanz wurde ursprünglich nicht von der Degussa selbst gegründet, sondern ging aus einer Fusion mit der Firma HIAG hervor.
Die Historie des Standorts teilt sich in zwei wesentliche Gründungs- und Übernahmedaten:
> 15. Dezember 1902 (Ursprüngliche Gründung): An diesem Tag wurde das Werk in Konstanz als eigenständiges Chemieunternehmen unter dem Namen Holzverkohlungs-Industrie AG (HIAG) gegründet. Es spezialisierte sich auf die organische Chemie und die Trockendestillation von Holz.
> 1930 / 1931 (Übernahme durch die Degussa): Um ihr Portfolio um die organische Chemie (wie Methanol oder Vorstufen für Kunststoffe) zu erweitern, übernahm die Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt (Degussa) die HIAG. Ab diesem Zeitpunkt gehörte das Konstanzer Werk offiziell zum Degussa-Konzern.
(Text KI)
Gottmannsplatz
Der Gottmannsplatz hat seinen Namen nach dem damals an der Ecke Markgrafenstraße-Schneckenburgstraße vorhandenen Colonialwahren- und Landesprodukten-Handlung, Inh. Friedrich Gottmann, durch den Volksmund erhalten.
Markgrafenstraße, war ein bedeutendes historisches Textilunternehmen, aus dessen Schweizer Zweigbetrieb die bekannte Modemarke Strellson hervorging.
> Gründung & Aufstieg: Gegründet wurde das Unternehmen von dem Schweizer Friedrich Strähl (geboren 1869 in Zofingen), der nach Konstanz einwanderte. Die Fabrik umfaßte eine Weberei, Färberei, Zwirnerei. Die eigentliche Kleiderherstellung produzierte vor allem Hemdenstoffe und Hosen.
> Expansion nach Kreuzlingen (1907): Da die Grenze zwischen Konstanz und der Schweiz damals im Alltag kaum eine Rolle spielte und die Wirtschaft boomte, gründete Strähl 1907 einen Zweigbetrieb im direkt angrenzenden Kreuzlingen (Schweiz).
> Wandel zu Strellson (1984): Die auf Mäntel und Jacken spezialisierte Mantelfabrik Friedrich Straehl & Co. wurde 1984 von den ehemaligen Hugo-Boss-Inhabern Jochen und Uwe Holy übernommen. Die neuen Eigentümer formten aus dem Traditionsbetrieb die Marke Strellson, deren Name direkt vom Ursprungsnamen „Strähl“ abgeleitet ist.
> Heutige Struktur: Die daraus entstandene Holy Fashion Group hat ihren Hauptsitz nach wie vor in Kreuzlingen.
Die Ziegelei Blattner & Kramer
Dieser Betrieb hatte jahrzehnte Bestand. Er fertigte Ziegelsteine und Dachziegel. Nach Einstellung des Betriebs brachen im Winter ca. 1972 auf dem zugefrorenen Ziegeleiweiher zwei Buben ein. Diese konnten von der Feuerwehr nur noch tot geborgen werden. Am 20. Juni 1982 wurde die Ziegelei abgebrochen, das Gelände später überbaut.
Güterbahnhof Petershausen. Der Anschluß an die Eisenbahn ab 1862, war ursprünglich über eine Bahnbrücke beim „Schänzle“ geplant, nach dem Rheinbrückenbrand am 1. Juni 1856 jedoch über die jetzige Brücke in die Stadt geführt.
Die Verlegung des Güterbahnhofs von der Stadt nach Petershausen, in den 1960er Jahren geplant, ist letztendlich nach Singen gekommen.
Auf den Bahngelände von Petershausen befanden sich Güterhallen von Elegast-Grundler, Südkurier, Kohlen-Ley, u.a.m.
Rieterwerke Maschinenfabrik
> 1898: Übernahme des Werks durch den Schweizer Arthur Rieter, der sich auf Maschinen zur Ziegeleiproduktion spezialisierte.
Die Werksgießerei verfügte über zwei Kupol-Schmelzofen, eine Besemer-Birne, sowie eine Schmiede und die Dreherei.
> 1900: Vorstellung der ersten Dachziegel-Revolver-presse auf der Weltausstellung in Paris, was den internationalen Ruf begründete.
> 1939: Übernahme durch Diplom-Ingenieur Walter Händle; fortan unter dem Namen Rieterwerke Dipl. Ing. Walter Händle AG (später KG) geführt.
> 2009: Schließung des Traditionsstandortes an der Schneckenburgstraße in Konstanz und Verlagerung der Maschinenproduktion nach Asti (Italien).
Das alte Fabrikareal gilt heute als bedeutendes Industriedenkmal, und wird heute vielseitig genutzt.
Fa. Ravensberg ehem. chem. Fabrik
Der Vertrieb von chemischen und chemotechnischen Erzeugnissen und Hilfsmitteln für die allgemeine Hygiene, Bakteriologie, Nahrungsmittel-Chemie und -Hygiene, insbesondere von Arzneimitteln für die Veterinär- und Human-Medizin (innere und äußere Therapie). Gegenstand des Unternehmens ist auch die Verwaltung eigenen Vermögens, insbesondere die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen.
Zeppelin-Gewerbeschule und das französische Lycée (Gymnasium) gegenüber.
Die ursprüngliche Konstanzer Gewerbeschule befand sich in der alten Franziskanerkirche am Stefansplatz. Diese wurde 1960 in dem Neubau am Petershauser Bahnhof umgesiedelt. Die alte Zeppelin-Oberrealschule am Schottenplatz erhielt dafür den Namen Humboldt-Gymnasium.
Mess-Hotel Steinstraße. Französisches Offizierskasino und Hotel.
Brand des Mess-Hotels am 6. Januar 1959
Es war am Vormittag des Dreikönigstages 1959, ein Dienstag, als kurz nach 9 Uhr ein Bewohner des Bismarcksteigs sah, wie dicker Rauch und Flammen aus dem großen Saal im Erdgeschoß des französischen Mess-Hotels in der Steinstraße schlugen. Private Fernsprechanschlüsse waren damals noch nicht häufig, daher eilte der Zeuge zum nächsten Telefonhäuschen am Friedhofseingang, warf 20 Pfennig in den Münzfernsprecher ein und wählte die Feuerwehr-Notrufnummer 112.
Während die Hotelgäste nur notdürftig angekleidet aus dem Hotel flohen, wurde die französische Garnison im Quartier Meaujean (Jägerkaserne) und gleichzeitig die Konstanzer Feuerwehr nochmals über die französische Telefonzentrale in der Spanierstraße alarmiert: „Marque dans l’hôtel de mesure – Mess-Hotel! Le service d’incendie vient immédiatement!“ In den Fluren der Kaserne wurde Alarm gepfiffen, und im Laufschritt eilte der Alarm- und Bereitschaftszug zum nahen Brandplatz.
Der Wachabende im damaligen Feuerwehr-Gerätehaus am Stephansplatz legte an einem Tableau mit einem kleinen Schalter 60 Volt Wechselstrom auf die Weckerlinie und gab Großalarm für die Löschzüge der Altstadt und Petershausen. In den Wohnungen der Feuerwehrmänner läuteten die Alarmwecker. Kurz darauf verließen nacheinander das Tanklöschfahrzeug, die Drehleiter und das Löschgruppenfahrzeug die Fahrzeughalle, gefolgt vom VW-Kombi mit Verstärkung.
Inzwischen hatten die Soldaten die Hotelgäste im französischen Gymnasium gegenüber in Sicherheit gebracht. Unter dem Kommando von Stadtbrandmeister Rudolf Santo, wurden 10 Löschleitungen verlegt. Geschützt mit schwerem Atemschutz (Atemluft-Gasmasken) drangen die Angriffstrupps zum Brandherd vor. Die große Halle, Nebenräume und Gesellschaftsräume im 1. Obergeschoß wurden zerstört. Der Schaden wurde auf 50 000 DM geschätzt.
Gegen 10.30 Uhr konnten aber die meisten Hotelgäste wieder ihre Zimmer beziehen. Um 11 Uhr konnte auch die Konstanzer Feuerwehr wieder abrücken. Einige Löschleitungen wurden zurückgelassen, denn die Soldaten -unter denen sich sicher auch wehrdienende Sapeur pompiers befanden- übernahmen am Einsatzort die Nachlöscharbeiten und die Brandwache. Eigentlich wollte die Deutsch-Französische Vereinigung e.V. im Mess-Hotel den traditionellen Dreikönigsball abhalten; dieser wurde in das Foyer de garnison am Seerhein verlegt.
Jägerkaserne
Die Jägerkaserne wurde von 1914 bis 1917 erbaut.
Sie wurde für Infanterietruppen des Kaiserreichs errichtet, nachdem 1914 der Kriegszustand ausgerufen wurde. Die rechteckig gruppierte neobarocke Kasernenanlage bestand aus zwei Mannschaftsgebäuden, einem Wirtschaftsgebäude, einem Kammergebäude, einer Exerzierhalle, einem Stall, einem Stabshaus, einem Familienhaus und einem Beamtenhaus.
Nachdem Konstanz am 26. April 1945 von der 5. Französischen Panzerdivision der 1. Französischen Armee kampflos eingenommen wurde, bezog französisches Militär die Kaserne. Als Kaserne des französischen Bataillon de transmission (Fernmeldebataillon) hatte sie den Namen Quartier Maujean, später Quartier Vauban. Das Bataillon pflegte eine Partnerschaft mit dem Gebirgs-Versorgungs-Bataillon 8 der Bundeswehr in Mitterhardhausen bei Straubing.
Nach dem Abzug der französischen Streitkräfte im Jahre 1977 ging die Kasernenanlage in Privatbesitz über, und die Stadt Konstanz erstellte einen Bebauungsplan für Wohnbebauung mit Studentenwohnungen, ein Hotel und einer Kindertagesstätte. Die Kindertagesstätte erfolgte als Neubau auf dem ehemaligen Exerzierplatz, in der Mitte des Komplexes. Die Exerzierhalle und das Kammergebäude wurden in eine Sporthalle und ein Jugendzentrum umgewidmet.
Bahnübergang Petershauserstr.
Nochmal das östliche Ende des Petershauser Güterbahnhofs:
Hier befand sich die Fa. Baustoff-Sauter mit Geschäftshaus und Lagerhalle, heute in der Max-Stromeyer-Str., 1984 von der WOBAK neu überbaut.
Ecke von Emmich-Str., die Fa. Sulger Eisengroß- und Kohlenhandlung mit eigenem Gleisanschluß über eine handbediente Drehscheibe in der heutigen Grünanlage. Gegenüber war die Holz- und Kohlenhandlung Wetzel. Alles wurde 1986 von der WOBAK neu überbaut.
>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
Friedrich Kratzer